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Technik

Flachdach-Solaranlage: Aufständerung, Kosten und Tipps

Flachdächer bieten ideale Voraussetzungen für Solaranlagen: keine Dachziegel, flexible Ausrichtung und oft grosse, unverschattete Flächen. In der Schweiz hat fast jedes dritte Gebäude ein Flachdach – von Mehrfamilienhäusern über Gewerbebauten bis hin zu modernen Einfamilienhäusern. Doch bei der Planung gibt es einige Besonderheiten zu beachten.

Aufständerung: Süd oder Ost-West?

Bei Flachdachanlagen haben Sie die freie Wahl der Modulausrichtung. Die zwei gängigsten Varianten sind:

Süd-Aufständerung (10-15° Neigung)

Ost-West-Aufstellung (10° Neigung)

Empfehlung: Für die meisten Schweizer Flachdächer empfehlen wir die Ost-West-Aufstellung. Der leicht geringere Ertrag pro Modul wird durch die deutlich höhere Modulanzahl mehr als kompensiert. Zudem passt die gleichmässigere Ertragsverteilung besser zum typischen Verbrauchsprofil.

Befestigungssysteme für Flachdächer

Ballastiertes System (ohne Dachdurchdringung)

Die beliebteste Lösung für Flachdächer in der Schweiz. Die Module werden auf Kunststoff- oder Aluminium-Wannen montiert und mit Ballastgewichten (Betonsteine oder Kies) beschwert. Vorteile: keine Dachdurchdringung, schnelle Montage, rückbaubar. Nachteil: zusätzliches Gewicht (15-25 kg/m²).

Aerodynamisches System

Moderne Systeme nutzen die Windströmung, um die Module am Dach zu halten. Sie benötigen weniger Ballast und sind leichter. Besonders geeignet für Dächer mit begrenzter Tragfähigkeit. Systeme wie K2 D-Dome oder Mounting Systems setzen auf dieses Prinzip.

Mechanisch befestigtes System

Bei Dächern mit ausreichender Tragfähigkeit können die Montagegestelle direkt in der Dachkonstruktion verankert werden. Vorteil: kein Zusatzgewicht. Nachteil: Dachdurchdringung erfordert sorgfältige Abdichtung.

Kosten für Flachdach-Solaranlagen

Flachdachanlagen sind in der Regel 5-15% teurer als vergleichbare Schrägdachanlagen, da:

Richtwerte für eine 10-kWp-Anlage auf dem Flachdach:

Statik und Tragfähigkeit

Das zusätzliche Gewicht der Solaranlage inklusive Ballast beträgt typischerweise 15-30 kg/m². Bevor eine Flachdachanlage installiert wird, muss ein Statiker die Tragfähigkeit des Dachs prüfen. In der Regel können moderne Flachdächer das Zusatzgewicht problemlos aufnehmen. Bei älteren Gebäuden kann jedoch eine Verstärkung notwendig sein.

Bewilligungen und Vorschriften

Flachdach-Solaranlagen sind in den meisten Schweizer Kantonen meldepflichtig, aber nicht bewilligungspflichtig, sofern:

In der Regel genügt eine Meldung an die Baubehörde. Ihr Installateur kümmert sich normalerweise um diesen Schritt.

Begrünung und Solar kombinieren

Ein aktueller Trend in der Schweiz: Die Kombination von Solaranlage und Dachbegrünung. Die aufgeständerten Module bieten Schatten für die darunter liegende Begrünung, die wiederum das Dach kühlt und die Moduleffizienz verbessert. In einigen Kantonen ist eine Dachbegrünung bei Neubauten vorgeschrieben – die Kombination mit Solar erfüllt beide Anforderungen.

Wartung und Reinigung

Flachdachanlagen haben den Vorteil der leichten Zugänglichkeit. Die Module können bequem gereinigt und gewartet werden. Empfohlen wird eine jährliche Sichtkontrolle und bei Bedarf eine Reinigung. Besonders nach dem Winter sollten Laub, Schmutz und eventueller Schnee entfernt werden.

Fazit: Flachdächer eignen sich hervorragend für Solaranlagen. Die Ost-West-Aufstellung maximiert die nutzbare Fläche und den Eigenverbrauch. Trotz der etwas höheren Installationskosten amortisiert sich eine Flachdachanlage in der Schweiz in 8-12 Jahren. Achten Sie auf eine fachgerechte Statikprüfung und wählen Sie ein bewährtes Montagesystem.

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