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Technik

Solarertrag im Winter: So viel produziert Ihre Anlage

«Lohnt sich eine Solaranlage in der Schweiz, wenn im Winter so wenig Sonne scheint?» Diese Frage hören wir häufig. Die Antwort ist ein klares Ja – aber es ist wichtig, realistische Erwartungen an die Winterproduktion zu haben. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die tatsächlichen monatlichen Erträge und geben Tipps für maximale Winterproduktion.

Monatliche Solarerträge im Jahresverlauf

Eine typische 10-kWp-Solaranlage im Schweizer Mittelland produziert ca. 10'000 kWh pro Jahr. Die Verteilung über die Monate ist jedoch sehr ungleich:

Im Winter (November bis Februar) produziert eine Anlage also nur rund 13-14% des Jahresertrags. Das ist wenig, aber keineswegs vernachlässigbar: Selbst im Dezember werden noch ca. 200 kWh produziert – das entspricht dem Verbrauch eines sparsamen Haushalts für eine Woche.

Warum ist der Winterertrag so niedrig?

Drei Faktoren beeinflussen den Winterertrag:

Standortunterschiede in der Schweiz

Der Winterertrag variiert je nach Standort erheblich:

Interessant: Alpine Solaranlagen können im Winter pro kWp mehr produzieren als solche im Mittelland. Der Grund: mehr Sonnenstunden, Schneereflexion und kühlere Temperaturen, die die Moduleffizienz steigern (ca. +0.4% pro Grad Celsius unter 25°C).

Tipps für maximalen Winterertrag

1. Steilere Modulneigung

Eine steilere Aufstellung der Module (40-60° statt 25-30°) verbessert den Winterertrag, da der tiefe Sonnenstand besser eingefangen wird. Allerdings reduziert dies den Sommerertrag leicht. Für die Gesamtjahresproduktion ist ein Kompromiss von ca. 30-35° optimal.

2. Schnee entfernen

Schneebedeckte Module produzieren keinen Strom. Bei steileren Dächern (>30°) rutscht der Schnee von selbst ab. Bei flacheren Dächern kann eine sanfte Schneeräumung sinnvoll sein – verwenden Sie dafür jedoch nur spezielle Schneeräumer ohne harte Kanten, um die Module nicht zu beschädigen.

3. Module sauber halten

Schmutz und Laub auf den Modulen können den Ertrag um 3-5% reduzieren. Eine Reinigung vor dem Winter stellt sicher, dass jeder Sonnenstrahl optimal genutzt wird.

4. Ost-West-Aufstellung

Bei Flachdächern kann eine Ost-West-Aufstellung den Winterertrag verbessern, da die Module den ganzen Tag über Licht einfangen. Die Gesamtjahresproduktion ist nur ca. 5-10% geringer als bei reiner Südausrichtung, aber die Ertragsverteilung über den Tag ist gleichmässiger.

Winter-Solarstrom und Wärmepumpe

Im Winter ist der Strombedarf für die Heizung am höchsten, aber die Solarproduktion am niedrigsten. Trotzdem kann eine Solaranlage im Winter 20-40% des Wärmepumpenstroms decken – besonders an sonnigen Wintertagen. Ein Batteriespeicher hilft, die kurze Sonnenscheinperiode optimal zu nutzen.

Die Wirtschaftlichkeit im Gesamtbild

Der niedrige Winterertrag wird durch den hohen Sommerertrag mehr als kompensiert. Eine Solaranlage in der Schweiz produziert über das Jahr gesehen ca. 950-1'100 kWh pro kWp – ein hervorragender Wert im europäischen Vergleich. Die Rentabilität einer Solaranlage bemisst sich am Jahresertrag, nicht am Winterertrag.

Fazit: Ja, die Winterproduktion ist deutlich geringer als im Sommer. Aber selbst im Winter produziert Ihre Anlage Strom – und der ist besonders wertvoll, weil der Strompreis im Winter oft höher liegt. Die Gesamtwirtschaftlichkeit einer Solaranlage in der Schweiz bleibt hervorragend, mit einer Amortisation von 8-12 Jahren.

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